7. Januar 2010

Sewastopol 02.01.2010


Hallo Zusammen,

wir wünschen Euch erst einmal ein frohes, gesundes und erfolgreiches Jahr 2010.

Wie versprochen, jetzt die Zusammenfassung von der Sewastopol 2010. Wie immer absolut subjektiv.

Nachdem wir unsere Tochter zu meiner Mutter gebracht hatten, machten Britta und ich am Neujahrstag uns gegen Mittag auf den Weg nach Helmbrechts zur Sewastopol. Da die Wetterbedingungen nicht so gut waren, brauchten wir für die ca. 550 km doch mehr Zeit und so kamen wir erst gegen 18.30h im Deutschen Haus (wo alle auswärtigen Teams übernachten) an. Das hatte den Vorteil, dass ich auf der langen Fahrt Britta die volle Wahrheit über die Ori schonend beibringen konnte, da es bei uns in NRW keine vergleichbare Fahrt gibt. Wobei ich mir ziemlich sicher bin, dass Britta bis zum Start immer noch dachte, dass ich übertreiben würde.

Nach einem gemütlichen Abend mit Manfred Wiche und Michael Weinert im Restaurant, einem ausgiebigen Frühstück, sowie einigen Besorgungen am Samstagvormittag, trafen wir uns dann um 14.00h im Schützenhaus. Natürlich waren wir viel zu früh da, aber das Gute daran war, dass wir mit dem Nennbüro sofort fertig waren und uns gute Sitzplätze aussuchen konnten. Und dann begann der (für mich immer wieder begeisternder) Auflauf von 128 Teams. Gegen 16.00h war das Schützenhaus mit gut 300 Personen brechend voll. Wahnsinn!!!!!!!
Nachdem Fahrtleiter Georg Riedel alle Teilnehmer begrüßt hatte, wurde das Mikrofon an den Polizeihauptkommissar von Kreis Hof, Herrn Schüler, weitergegeben. Wie jedes Jahr wies er darauf hin, dass wir uns in den Ortschaften und Weilern gefälligst an das Tempolimit halten sollten und das auch wieder geblitzt würde. Wenn man mitbekommt, wie sich Herr Schüler für die Fahrt Jahr für Jahr einsetzt und das es ohne seine Fürsprache beim Kreis Hof die Sewastopol so nicht mehr geben würde, muss man einfach herzlichen Dank sagen. Den großen Applaus den er jedes Mal von den Teilnehmern bekommt, ist mehr als verdient.

Um 17.15h startete das erste Team. Da Britta ja noch nie bei der Sewastopol gestartet war und Sie auch die Aufgabenstellung nicht kannte, hatte ich uns in der Anfängerklasse angemeldet. Das war ein Fehler. Was ich nicht wusste, dass außer der Zeitwertung die Aufgabenstellung gleich war, wir dafür aber eine hohe Startnummer bekamen und nicht minütlich, sondern in  3 Gruppen starteten. So gingen wir mit Startnummer 93 (hinter uns startete die komplette Eisbärenori, sprich 34 Teams) an den Start. Da Britta nach Halbpfeilen noch nie gefahren war und seit ewigen Zeiten das erste Mal wieder reine schwarz-weiß Fahrtunterlagen hatte, brauchten wir doch einige Zeit( wörtlich gemeint), um klar zu kommen. Nur wie jeder weiß, ist Zeit bei der Sewastopol ein Luxusgut (ich weiß, für die Profis nicht, aber für uns Hobbyfahrer). Und als wir uns dann einigermaßen eingespielt hatten, kam der Supergau.  In der OE 2 rutschten wir von der Strecke, und landeten im Graben. Nicht schlimm und auch nicht schnell, aber wir steckten fest. Und nach uns kamen nur noch 3-4 Teilnehmer, alle ohne Allrad. Da ich nicht genau wußte, wer für solche Situationen zuständig war, rief ich einfach einmal bei Familie Riedel an. Glücklicher Weise war Frau Riedel zu Hause und „versorgte“ uns mit den richtigen Telefonnummern. Herzlichen Dank für die Mühe. So konnten wir den Abschleppwagen organisieren und nach 50 Minuten Zwangspause waren wir wieder im Rennen. In der Zwischenzeit hielt sich unsere Unterhaltung sehr in Grenzen. Britta arbeite die Fahrt weiter aus und ich zählte die Nadeln von den Tannenbäumen. Durch den immensen Zeitverlust war die Fahrt für uns zwar zu Ende, aber wir wollten so viel wie möglich noch schaffen. Ein anderes großes Problem war auch, dass bei der hohen Startnummer die Strecke zum Teil nur noch aus puren Eisplatten bestand, wo man mehr rutschte als fuhr. Hierzu noch eine Anmerkung: Michel v. d. Heuvel (St.-Nr. 117), erzählte, er hätte eine unheimliche Begegnung mit einen gelben Fiat 500 gehabt. Dazu ist zu sagen, dass erstens wir Vorfahrt hatten, (rechts vor links) und dann auch noch dein Fahrer links blinkte und gerade aus rutschte! Aber Dank Eurer Rutschpartie wussten wir, das wir den Weg nicht hochkommen.  Also fuhren wir noch die OE 3, 4 und 5. Danach mussten wir abbrechen. Unter Zeitdruck wollten wir noch pünktlich ins Ziel kommen. Leider fuhren wir auch noch auf die falsche Autobahn (Richtung), so das wir zu spät ins Ziel kamen und somit ADW waren. Stimmung bei uns Beiden: S P I T Z E !!!!

Ehrlich, für Britta tat es mir sehr leid. Ich hatte trotz allem sehr viel Spaß, wie sollte es auch anders sein, bei diesen traumhaften Strecken. Was sich das Team rund um Georg Riedel wieder für eine Arbeit gemacht hat, um uns so eine schöne Fahrt zu bieten, ist einfach großartig.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück habe ich dann vorsichtig bei meiner Frau angefragt, ob Sie sich vielleicht vorstellen könnte, trotz aller Missgeschicke mit mir nächstes Jahr wieder hier zu fahren, und zu meiner Freude, bekam ich ein klares Ja. So haben wir auch direkt im Deutschen Haus für 2011 zwei Übernachtungen gebucht. Der Heimweg dauerte dann doch gut über 6 Stunden, Urlaubende und vorherfahrende Streuwagen sorgten für eine langsame Fahrt.

Zum Schluss noch einmal eine kurze Zusammenfassung, warum die Sewastopol süchtig macht:

1. ca. 140 km Strecke, wovon gut 60 %-70% Wald- und Wiesenwege sind und nur ganz wenige Ortschaften angefahren werden.

2. Bei dieser Veranstaltung fährt man und bleibt nicht alle paar KM stehen, um zu überlegen, ob man um den Baum links- oder rechtsrum fahren soll.

3. Das ganze Drumherum: Angefangen vom eintreffen am Start, bis hin zur Siegerehrung. Super Stimmung, keine stundenlangen Debatten wegen irgend welcher Aufgabenteile, sondern einfach Spaß haben und die Fahrt genießen. Wenn man dann noch eine gute Platzierung hat, um so besser. (siehe Jokisch/Jokisch)

4. Der Ausrichter: Egal ob Georg Riedel, Polizeikommissar, Nennbüro und vor allem die ganzen Streckenposten, alle waren immer sehr freundlich und hilfsbereit.
Und dass trotz langen Stehen und Warten in klirrender Kälte. Vielen, vielen Dank und bis zur 40. Sewastopol im Jahr 2011. (Auch vielen Dank an unserem netten Abschleppteam mit dem Mercedes Geländewagen.)

Als aller Letztes auch noch einen Dank an Manfred, der sich über seinen 8. Platz so gefreut hat, dass er eine Falsche Champagner (richtig gelesen: nicht billigen Sekt, nee richtigen Champus) spendiert hat. Und natürlich den freundlichen Personal vom Deutschen Haus, dass uns wieder sehr gut versorgt hat.

So, das war es. Wer schöne Bilder sehen will, sollte auf die Internetseite von der Sewastopol gehen (siehe den Link hier auf unserem Blog). Dort sind gut 200 Bilder, ja auch viele von unserem kleinen gelben Flitzer. Auch die Ergebnisliste, sowie einige interessante Links.

Nun müssen wir uns aber mit Vollgas auf unsere Eisbärenori stürzen, da erfreulicher Weise immer mehr Nennungen eintreffen. Wir würden uns freuen, einige von Euch auch begrüßen zu können.

Bis die Tage
Gruß Georg
Fotos von uns