9. Januar 2008

Sewastopol-Ori 2008

Die Abenteuer – Kult – Ori Das Sprichwort „ Alle Guten Dinge sind drei“ ist nicht korrekt. Auch unser vierter Besuch in Franken war wieder ein tolles Ding. Auch wenn der befürchtete Eisregen kam und die Strecken wieder in eisglatte Rutschbahnen verwandelte. So eine versprochene richtige Schnee – Piste hat es bislang noch nicht gegeben, aber wir waren ja auch erst vier Mal da. Georg Schuwirth war wieder bereit sein Auto zu opfern und damit der Start gesichert. Freitag Nachmittag machten wir uns auf die 500km lange Reise nach Helmbrechts. Unterwegs klingelte zwei Mal das Handy. Unsere Kollegen aus dem Westen (Wiche/Weinert; Jokisch/Jokisch und Meisenkothen/Thomas) hatten sich etwas früher auf die Reise begeben und erwarteten uns im „Braustüberl“. Gegen 21.00 Uhr konnten wir die Runde komplettieren und Wirt und Wirtin begrüßen. So nebenbei begrüßten uns noch einige anderen Gäste. Keine Ahnung wer das war. Sie sind halt recht freundlich dort. Schnell gegessen, etwas erzählt und nach zwei Radler ab in unser 100 Meter entferntes „Deutsches Haus“. Am nächsten Morgen versammelten sich der „Wilde Westen“, so unser kreierter Mannschaftsname, zum ausgedehnten Frühstück. In dieser Zeit trafen auch die nächsten Wiederholungstäter ein. Wieder gab es ein großes Hallo, man kennt sich halt. Nach einer letzten Stärkung, Tanken und anderen Vorbereitungen fuhren wir zur neu renovierten Stadthalle in Helmbrechts. Und es begann zu regnen. Der Weg vom Startlokal zum Parkplatz war spiegelglatt und bildete die erste Hürde. Bei Georg und mir kamen kurz vor dem Start die Zweifel, warum wir uns das antun. Aber spätestens als der Ober – Polizist uns wieder eine tolle Fahrt wünschte und die ersten Autos vom Platz rutschten, kam das Sewastopol – Fieber wieder zurück. Die erste Überführungsetappe stellte erstmals kein Problem für uns dar und wir erreichten den eigentlichen Start sogar 8 Minuten zu früh. Schon auf den ersten Metern war klar, es war zu glatt um zu Fuß zu gehen. Die erste Kontrolle um einen halben Meter fast verpasst, wuchsen wir schneller als sonst in die Aufgabenstellung hinein. Bis zur ersten Stempelkontrolle war alles richtig, nur die Zeit war schon wieder um eine paar Minütchen vorangeschritten. Die zweite Etappe fuhren wir mit Null – Zeitfehlern, aber irgendwo soll eine 27 gehangen haben. Ärgerlich war bis hier ein übersehner Stempelposten , der von einem Abschleppfahrzeug verdeckt war und uns erst in der zweiten Runde auffiel. Die dritte 15 Minuten – Etappe war natürlich nicht zu schaffen. War aber nur eine kleiner Vorgeschmack auf kommende Abenteuer. In der vierten Sektion machten zwei !! auf eine kritische Ecke aufmerksam. Die Ecke bestand aus drei Serpentinen in einer Bergab – Passage durch einen Wald. Der schmale Weg war besser poliert als die Juwelen der Queen. Mit ca. 17 km/h rauschten wir der ersten Rechtskehre entgegen. Im Schlepptau einen mutigen Corsa – Piloten, der mit dem Sicherheitsabstand von 3 Metern und 6 Mal 100 Watt – Leuchten uns im Nacken saß. Dank ABS, einer gefühlvollen Handbremshilfe und einem kleinen Einhaken nach innen, hat Georg die Kurve gemeistert. Ein Lancia Dedra nicht. Der Stand 5 Meter weiter im Graben mit abgerissenem Vorderrad. An gleicher Stelle legte sich etwas später ein Land Rover aufs Dach. Der Corsa wurde nach dem Erblicken des havarierten Lancia ruhiger und hielt 100 Meter Abstand. Bei der Zeitkontrolle parkte der gelbe Cinquecento, der vor zwei Jahren den Gesamtsieg holte. Er war zu mutig abgebogen und hatte den ohnehin sehr kurzen Vorderwagen an einem Hinkelstein deformiert. Die Schweißperlen waren gerade wieder getrocknet, da folgten weitere Eiskunsteinlagen in den Etappen fünf bis sieben. Wo wir dort vier Kontrollen übersehen haben sollen, ist mir bis heute schleierhaft, aber auch vollkommen wurscht. Wer die Sewastopol im Ziel beendet, ist eine Sieger. Wie jedes Jahr platzierten wir uns in der Klasse (Frontrutschen bis 1400ccm) im Mittelfeld (unter 24 Startern auf Rang zehn) und auch in der Gesamtwertung waren wir als 42te von 114 Starten zufrieden. Michael Weinert, der im letzten Jahr sehr gut abschnitt, versaute sich auf den ersten Kilometern alles, weil er den Anfang vertauschte. Vater und Sohn Jokisch beklagten einen schwachen Tag, ließen viel aus und konnten an das gute Ergebnis des Jahres 2007 nicht anknüpfen. Für Peter und Michael kam es noch dicker. Die Lichtmaschine quittierte den Geist in WP3 und bescherte Peter Meisenkothen eine recht kurze Premiere. Überraschender Weise waren wir damit das Team mit der geringsten Punktezahl. Aber so konnten wir mit unserer Mannschaft nur den 9. von neun möglichen Plätzen erzielen. Wir trafen uns vor der Siegerehrung im Braustüberl. Dort warteten unsere Pechvögel und hatten dank der spontanen Hilfsbereitschaft das Problem schon im Griff. Michael begleitete uns noch zur Siegerehrung, wo Georg und ich, sowie die Jokischs jeweils einen Hotelkostenzuschuss gewannen. Um 23.54 Uhr war das letzte Auto im Ziel, um 0.32 Uhr hingen alle Ergebnisse und um 1.05 Uhr begann die Siegerehrung. In unserem Hotel fanden wieder alle Pokalgewinner beim Frühstück eine Flasche Sekt mit den besten Grüßen „eures Fahrerlagers“. Zusammen mit Peter machten wir uns auf die Heimreise. Michael wartete bis der Audi repariert war und reiste auch Sonntag zurück. Jetzt können wir wieder viel erzählen. Aber noch besser ist die Vorfreude. Die dauert jetzt über 360 Tage, dann geht’s ab zur 38. Sewastopol. Mario und Georg